Dienstag, 29. Juli 2025

Die bunte Welt der Bürgerkinderchen

 



Bunt, bunt, bunt sind alle meine Kleider,
bunt, bunt, bunt ist alles was ich hab.
Darum lieb ich alles was so bunt ist,
weil mein Schatz ein (Stolzing) ist.

(6. Strophe eines passenden Kinderliedes).


Gleich zweimal konnte man die bunte Welt der Bürgerkinderchen am 25.07.2025 in Bayreuth erleben. Im Bayreuther Festspielhaus konnten die versammelten Kakistokraten (Elite der Schlechtesten) die bunteste Inszenierung der Meistersinger bejubeln, seit Wagner in Bayreuth gegeben wird. Unten in der Stadt zog das bunte CSD-Völkchen umher, sich selbst feiernd als ultimativer Widerstand.

Evchen will einen von und zu

Oben auf dem grünen Hügel ging es nicht mehr wie einst um die Auseinandersetzung mit Deutschtum und Antisemitismus, sondern schlicht darum, wie Evchen ihren von und zu, also Walther von Stolzing, kriegt. Die Vorlage für die Inszenierung könnte ein Liebesromanheftchen aus der Serie „Bastei-Fürsten-Roman“ gewesen sein, das vom Regisseur Matthias Davies in eine bunte Komödie verwandelt worden ist, wie der Frosch im Märchen in einen gutaussehenden Prinzen. Weil es nicht ohne Irrungen und Wirrungen, Kabale und Liebe, Intrige, Mobbing und bunt choreographierte Prügelei abgeht, dauert es 4 Stunden und 20 Minuten, bis Evchen unter die Haube gebracht worden ist. Daß sie dabei Sachsens Mahnung, doch die Meister nicht zu verachten, ganz und gar missachtet, fällt in all dem bunten Festwiesengewimmel der bunten Bürgerkinderchen gar nicht mehr auf.

Die Vereinigung der Verfolgten des Nicht-Queeren-Regimes

Das Kürzel „VVN“ steht im wirklichen Leben für „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“, also für eine Organisation von Menschen, die in ihrem Leben mit Mord, Totschlag, Zuchthaus und Konzentrationslager konfrontiert waren. Von solcher wirklichen Verfolgung wissen die CSD-ler nichts. Selbst von der Diskriminierung und Verleumdung schwuler und lesbischer Menschen wissen sie höchstens noch aus den Erzählungen ihres schwulen(?) Opas, weil diese Zeit mit der 68-er Bewegung zu Ende ging.

Ihr Geschwätz von Verfolgung und Widerstand ist wichtigtuerische Koketterie mit vergangener Wirklichkeit, wie sie auch jene „tapferen Verehrer historischer Widerstandskämpfer“ zeigen, die ich in meinem gleichnamigen Blogpost würdigte. Sie spielen Widerstand, so wie Kinderchen im Kindergarten Räuber und Gendarm spielen. Was wirklich geschieht in der Welt, wollen sie gar nicht wissen.

Logans Run

Mich erinnert das kindische Treiben der Bürgerkinderchen an den dystopischen Science-Fiction-Film „Logans Run“. In ihm geht es um das Leben einiger tausend Menschen, die nach einem Atomkrieg in den Untergrund geflüchtet sind. Betreut und fürsorglich beaufsichtigt werden sie vom einzigen Erziehungsberechtigten, einem Supercomputer. Er versorgt sie mit allem Notwendigen und bietet auch unterhaltsame Events, damit es seinen weitgehend untätigen und dumm gehaltenen Kinderchen nicht langweilig wird.

Mit 30 werden sie umgebracht. Das merken sie aber nicht, weil sie den Mord an ihren zu alt gewordenen Mitkinderchen als spektakulären bunten Event geboten bekommen, mit dem die Ermordeten angeblich in ein anderes Leben transzendiert werden.

Danach widmen sie sich dem nächsten Event. So wie es in unserer heutigen Spektakelgesellschaft ja auch darum geht, von einem amüsanten Event zum nächsten zu springen. Der Schluss, wenn die Bürgerkinderchen ihre unterirdische Welt verlassen, passt nicht. Bürgerkinderchen kämen niemals auf die Idee, ihre Wohlfühloase freiwillig zu verlassen. Auch nicht für noch so viel Freiheit.  


Sonntag, 22. Juni 2025

Zwei Pariastaaten gegen die Welt

 Was ein Pariastaat ist, beschreibt Wikipedia: „Als ein Pariastaat wird, in Anlehnung an die Bezeichnung „Paria“, eine ausgestoßene Nation bezeichnet, die sich entweder nicht an internationale Gepflogenheiten der Zusammenarbeit im Sinne der internationalen Gemeinschaft (zum Beispiel Vereinte Nationen) hält oder von mindestens einer Großmacht als solche eingestuft wird. Einem solchen Staat drohen internationale Sanktionen, internationale Isolation (also der Ausschluss aus der Weltgemeinschaft) oder sogar die militärische Invasion.“

Nach dem gestrigen Angriff der USA auf den Iran sind sie und Israel, das schon seit dem 13.06.2025 den Iran bombardiert, endgültig zu Pariastaaten verkommen. Beide verstoßen permanent gegen das Völkerrecht, überfallen andere Staaten mit militärischer Gewalt, ermorden andere Völker, darunter tausende Kinder und arbeiten mit Erpressung, politischem und wirtschaftlichem Zwang und sonstigen Mafiamethoden. Mit ihrem permanent verbrecherischen Verhalten stellen sie sich außerhalb der menschlichen Gemeinschaft auf diesem Planeten.

Gegen sie muß sich jetzt die Weltgesellschaft erheben, um sie endlich zu stoppen. Sie müssen isoliert werden, indem man jede wirtschaftliche, politische, wissenschaftliche und militärische Zusammenarbeit mit ihnen einstellt. Eine sofort einzuberufende Vollversammlung muß den Sicherheitsrat aufrufen, weitreichende Sanktionen gemäß Artikel 39 der UN-Charta gegen sie zu beschließen, wie sie Wikipedia beschreibt. Das gilt auch für alle Staaten, die sie weiter unterstützen, also vor allem für die westlichen US-Vasallen.

Leider haben die USA im Sicherheitsrat ein Vetorecht, weshalb ein Aufruf zu Sanktionen durch die Generalversammlung erstmal keine praktischen Auswirkungen haben wird. Die Staatenwelt kann aber Bemühungen intensivieren, den Dollar als Weltwährung abzulösen, nicht mehr in US-Staatsanleihen, Ressourcen, Dienstleistungen usw. zu investieren und die beiden Pariastaaten überhaupt aus den weltwirtschaftlichen Zusammenhängen auszuschließen.

Nicht nur die Staatenwelt, sondern auch jeder Mensch auf diesem Planeten sollte sich nach Möglichkeit an der Isolation dieser Pariastaaten beteiligen. Von Völkermördern kauft man nichts, besucht sie nicht, kommuniziert nicht mit ihnen und isoliert sie in jeder erdenklichen Weise.

Eine militärische Invasion der Pariastaaten verbietet sich von selbst, weil beide atomar bewaffnet sind.  

Donnerstag, 19. Juni 2025

Die Allianz der Psychopathen

 

Die aktuellen vier Reiter der Apokalypse sind für mich Trump, Netanjahu, Selenskyj und Europa. Alle vier unterscheiden sich von rationalen Politikern wie Putin, Lula da Silva und Xi Jinping durch ihr sprunghaftes, unvorhersehbares und unzuverlässiges Verhalten. Es sind Psychopathen.

Man kann das gesellschaftliche Leben eigentlich nicht mit dem Tun von Personen erklären. Dazu muss man gar nicht Marx zitieren, es genügt Niklas Luhmann. Er beschreibt das gesellschaftliche Rollenverhalten der Menschen in seinen systemtheoretischen Schriften sogar ausführlicher als Marx. Gerade Spitzenpolitiker sind nach ihm an eine ungeschriebene Stellenbeschreibung gebunden, die ihnen nur wenig persönlichen Spielraum lässt. Möglicherweise hat uns das während der jahrelangen geistigen Abwesenheit Joe Bidens vor einem Atomkrieg bewahrt, weil andere seine Aufgaben verantwortungsvoller als er selbst wahrnahmen. Psychopathen scheinen diese Regel außer Kraft setzen zu können.

Trump

Der globale Oberpsychopath residiert in Washington. Er zeigt alle oben genannten Eigenschaften, gefällt sich darin, Andere zu täuschen, bricht alle Verträge, lebt mit seinem Weltbild außerhalb der Wirklichkeit, verwechselt beispielsweise den ersten mit dem zweiten Weltkrieg, ist unfähig, anderen länger als 2 Minuten zuzuhören, wird von seinen ungezügelten Emotionen gesteuert und ist ein krankhafter Narziss. Er ist die gefährlichste lose Kanone an Bord des Weltschiffes.

Gezeigt hat er das vor wenigen Tagen mit einer selbstgefälligen, zynischen Geste, mit der er kundtat, er habe vom israelischen Angriff auf den Iran gewusst und befürworte ihn, inclusive der Ermordung von iranischen Wissenschaftlern und Militärs. Die Verhandlungen mit Teheran hat er, in Absprache mit Netanjahu, offensichtlich nur geführt, um den Iran in Sicherheit zu wiegen.

Es gibt zahlreiche Hinweise, daß Trump ebenso dement ist, wie es sein Vorgänger war.

Netanjahu 

„Der israelische Premier Netanjahu ist den deutschen Nazis zum Verwechseln ähnlich“, schreibt Uli Gellermann in seinem Blog „Rationalgalerie“. Wie Adolf Hitler ist er ein Völkermörder, der die Bevölkerung des Gaza-Streifens ausrotten oder aus der Heimat vertreiben will. Die Schuld an seinem rassistischen Massaker weist er der Hamas zu, die er jahrzehntelang mit Geld aus Katar unterstützt hat, um mit ihrer Hilfe den palästinensischen Widerstand zu spalten und unwirksam zu machen. Er hat inzwischen sieben Kriege im Nahen Osten gestartet: gegen die Palästinenser in Gaza und im Westjordanland, die Huthi im Jemen, die Hisbollah im Libanon und gegen den Libanon, in Syrien, im Irak und aktuell gegen den Iran.

Seine achte Front ist die Heimatfront. „Israels Premier Netanjahu steht unter Druck: Gegen ihn läuft ein Prozess wegen Korruption und Amtsmissbrauch. Zudem ermittelt der Inlandsgeheimdienst wegen Geheimnisverrats. Netanjahu wettert gegen die Justiz“, heißt es auf der Webseite der Tagesschau am 02.12.2024. Den israelischen Geheimdienst Schin Bet versuchte Netanjahu, so dessen Chef Ronen Bar, durch eine Reihe zweifelhafter Forderungen für politische und persönliche Zwecke auszunutzen.

Die politischen Aktionen Netanjahus zielen darauf, einem Strafprozess wegen Korruption und Amtsmissbrauch zu entgehen, der ihm droht, sobald er nicht mehr regiert. Dafür arbeitet er skrupellos mit zionistischen Faschisten zusammen und treibt Israel in den Untergang.

Selenskyj

Seinen Wahlkampf, mit dem er 2019 zum ukrainischen Präsidenten wurde, gewann er mit dem Versprechen, Frieden sowohl im Inneren als auch mit Russland schaffen zu wollen. Danach degenerierte er zur medialen Puppe der ukrainischen Faschisten und deren westlichen Sponsoren. Schon sein immenser Kokainkonsum machte ihn zur erpressbaren und damit leicht steuerbaren Figur.  

„Die Stationierung von Atomwaffen an der Grenze zu Russland ist eine existenzielle Bedrohung für Russland. Selenskyjs Ultimatum, den nuklearen Status der Ukraine zu erneuern, verletzte die letzte der drei Bedingungen der ukrainischen Unabhängigkeit. … die Verpflichtung, ein neutraler, bündnisfreier und atomwaffenfreier Staat zu sein.“ Das sagte Jewgeni Murajew, ehemaliger ukrainischer Abgeordneter, in einem Interview am 8. Januar 2025 in China. Das Ultimatum stellte Selenskyj am 19.02.2022 auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Unmittelbar danach begann der Einmarsch Russlands in die Ukraine am 24.02.2022.

Dieser Psychopath hat als erpressbarer Beauftragter der ukrainischen Faschisten und stellvertretend für die westliche Allianz der Psychopathen die Ukraine in einen Krieg geführt, den er nicht gewinnen kann. Er ermordet wie einst Hitler sein eigenes Volk.

Europa

In der griechisch-römischen Mythologie ist Europa die Geliebte des Zeus. Die aktuelle Europa ist dagegen eher zur geistesgestörten Hure des Kriegsgottes Mars verkommen. Europa ist schon seit mindestens 500 Jahren in aller Welt als Völkermörderin unterwegs. In Indien sind wegen des englischen Kolonialregimes Hunderte Millionen Menschen gestorben. Die indigenen Einwohner Nordamerikas wurden mehrheitlich umgebracht, in Südamerika wüteten speziell die spanischen Konquistadoren grausam und völkermörderisch.  

Die Handlungen der europäischen Psychopathen beweisen eindrücklich deren psychisch krankhaftes Verhalten:

Die deutschen Politiker befürworten die Aufstellung von atomar bestückbaren Mittelstreckenraketen in Deutschland, die noch vom alten Cum-Ex-Kanzler Olaf Scholz im Alleingang mit dem dementen US-Präsidenten Joe Biden vereinbart wurde. Neben dem Taurus-Stützpunkt Schrobenhausen werden diese Raketen zum Vorzugsziel russischer Oreshnik werden, wenn die durchgeknallten deutschen Krieger die Provokationen Russlands weiter bis zum Gehtnichtmehr eskalieren.

Am 1. Juni 2025 griffen ukrainische Drohnen mehrere russische Militärflughäfen an. Dieser direkte Angriff auf die russische Abschreckungsfähigkeit hat das nuklearstrategische Gleichgewicht zwischen Russland und den USA gefährdet und damit die Atomkriegsgefahr heftig erhöht. Die europäischen Kamikazepolitiker haben diesen Angriff gleichwohl mit Häme und infantilem Jubel begrüßt wie eine Horde Schulkinder, die sich freut, wenn der unbeliebteste Mitschüler verprügelt wird.

Die kriegsgeile europäische Politkaste, angeführt von Von der Leyen, Emmanuel Macron, Keir Starmer und Friedrich Merz, will den Ukrainekrieg und die selbstmörderischen Sanktionen gegen Russland mit allen Mitteln fortsetzen. Dabei ist dieser Krieg bereits verloren und der unverzichtbare Kriegsbetreiber USA seit Trumps Regierungsübernahme auf dem Rückzug. Ohne die technischen Fähigkeiten der USA wären die europäischen Krieger auf dem Schlachtfeld aber so blind wie ein Maulwurf und leichte, fette Beute für russische Drohnen. Wer in einen solchen Krieg zieht, begeht Selbstmord, bei dem die politischen Kriegstreiber allerdings nur zuschauen würden.

Peinlich und lächerlich wurde der Größenwahn der europäischen Psychopathen, als der deutsche Großkanzler Merz, auch im Namen seiner europäischen Kollegen, drohte: „Wir fordern einen 30-tägigen Waffenstillstand, um in dieser Zeit Friedensgespräche vorzubereiten. Der Ball liegt nun bei Putin. Putin muss auf diesen Vorschlag reagieren.“ Die deutsche, in Russland lebende Journalistin Dagmar Henn machte daraus: „Deutsches Ultimatum an Putin: Wenn die Uhr nicht mehr läuft, kommt der Kuckuck“.

Das letzte G7-Treffen verlies Trump vorzeitig. Auch das zeigt die „Wertschätzung“, die Europa bei den geopolitischen Giganten wie USA, Russland, Indien und China noch findet. Es ist bedeutungslos geworden. Die europäischen Psychopathen versuchen, ihre geopolitische Verzwergung zu verschleiern, indem sie Billionen Euro für die Rüstung verschwenden. Erreichen werden sie damit nur, den Untergang Europas zu beschleunigen. Das ist auch gut so. Wenigstens das europäische Völkermorden muß endlich beendet werden.  

Fazit

Durch seine Täuschungsmanöver im Fall des Angriffs Selenskyjs auf die atomare Abschreckungsfähigkeit Russlands und besonders die Täuschung Irans über die amerikanische Verhandlungsbereitschaft hat der Oberpsychopath in Washington endgültig jede Glaubwürdigkeit verloren. Er steht als dummdreister Clown da, mit dem man tunlichst keine Geschäfte macht. Seine „Deals“ kann er vergessen, seine Erpressungspolitik via Zöllen ist so gut wie gescheitert. Der globale Süden schart sich fast einheitlich um die seriösen Politiker aus China, Russland, Brasilien, Indien und überhaupt die BRICS+-Staaten.

Mit der Hinwendung der USA zu Israel ist Selenskyj endgültig am Ende. Und mit ihm Europa, das mit den Aufräumarbeiten in der Ukraine allein gelassen werden wird, was seinen Ruin noch beschleunigen wird.

In Israel haben bereits 1 Million Israelis das Land verlassen. Zwei weitere Millionen wollen es verlassen, werden aber derzeit daran gehindert. Verliert es tatsächlich die Hälfte seiner 6 Millionen Einwohner, ist es am Ende. Seine Wirtschaft ist das sowieso schon, sie wird nur noch durch die finanziellen Transfers aus Amerika vor dem Bankrott bewahrt. Seine zweifelhaften militärischen Erfolge sind nur noch das Vorspiel zu seiner finalen wirtschaftlichen Niederlage, die schon dadurch forciert wird, daß die nichtwestliche Welt mit diesem Pariastaat keine Geschäfte mehr machen will.

In einer untergehenden Zivilisation lässt ihre politische, wirtschaftliche und kulturelle Bindungswirkung nach. Das macht sie anfälliger für das Auftreten von Psychopathen und deren ebenso psychopathische Gefolgschaft. Ist das so, ist jeder Gedanke an Aufklärung und Widerstand sinnlos. Wer Psychopathen regieren lässt, geht unter.  

Dienstag, 22. April 2025

Heraus zum proletarischen Klassenkampf gegen den DGB

 

Mit dem Ruf „Heraus zum 1. Mai“ ruft der DGB jährlich einmal die Mitglieder der Gewerkschaften auf die Straße, dieses Mal für „Mach Dich stark mit uns!“. Zumindest einer der mächtigen DGB-Funktionäre hat das wohl falsch herum verstanden. Er hat sich selbst stark gemacht, wie die „junge welt“ berichtete: „Der Volkswagen-Konzern pflegt ein recht enges Verhältnis zu seinen Betriebsratschefs. Sie sind zumeist nicht einfache Arbeitnehmervertreter, sondern agieren und kassieren im Multi-Milliarden-Konzern gelegentlich wie Topmanager. Zugleich sind sie Mitglieder des Aufsichtsrats des Gesamtkonzerns und in dessen Präsidiums. Das führt gelegentlich zu Problemen, die Öffentlichkeit und Justiz irritieren und letztere zum Handeln zwingen, wie jetzt erneut deutlich wird: Wegen möglicherweise überhöhter Betriebsratsvergütungen muss sich der frühere Vorsitzende des VW-Gesamtbetriebsrats Bernd Osterloh vor Gericht verantworten.“ Das Verfahren ist bis heute nicht abgeschlossen.

Betriebsräte statt Rätedemokratie

Das Betriebsrätegesetz, auf das Osterloh und viele andere „Betriebsratsfürsten“ ihre innerbetriebliche Macht gründen, entstand 1920 als konterrevolutionäres Gesetz gegen die Forderungen der Arbeiter- und Soldatenräte nach einer Räterepublik, in der diese Räte gleichberechtigte Mitwirkungs- und Kontrollrechte in Staat und Wirtschaft bekommen sollten (Zur Geschichte des Betriebsräte- und des Betriebsverfassungsgesetzes). Die damalige Mehrheitssozialdemokratie (MSPD) zog alle Register, um diese Forderung nach einer revolutionären Räterepublik im Verein mit der Obersten Heeresleitung (OKH), der reaktionären Staatsbürokratie und den Unternehmerverbänden abzuschmettern. Im Laufe ihrer antidemokratischen Konterrevolution ließ die sozialdemokratische Regierung Tausende Rätedemokraten ermorden, die meisten durch die präfaschistischen Freikorps, die auch Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht umbrachten.

Mit dem Betriebsrätegesetz von 1920 wurde der Rätedemokratie der Wind aus den Segeln genommen. Es ist bis heute ein müder, weitgehend wirkungsloser Abklatsch rätedemokratischer Vorstellungen geblieben. Besonders die zentrale Bestimmung, daß die Betriebsräte vertrauensvoll mit der Unternehmungsleitung zusammenarbeiten müssen, verhindert eine wirklich effektive Vertretung der Arbeiterinteressen im Betrieb. Schon damals lehnten sich die Gewerkschaften nicht gegen die reaktionäre Sozialdemokratie auf, sondern folgten ihr wie ein Hündchen seinem Herrchen/Frauchen. Dafür garantiert allein die immer noch weitgehende personale Übereinstimmung der Oligarchien in Gewerkschaften und Sozialdemokratie (sieben von acht Vorsitzenden der DGB-Gewerkschaften sind SPD-Mitglieder – Stand 2025).

100 Jahre »Sozialpartnerschaft« – 100 Jahre zu viel

Mit dieser Überschrift versah „LabourNet Germany“ einen lesenswerten Bericht über die Jubelorgie zum 100jährigen Bestehen der deutschen „Sozialpartnerschaft“: „Da ist eine große Feier angesetzt, mit Bundespräsident und pipapo: 100 Jahre Sozialpartnerschaft. Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände klopfen sich im Historischen Museum zu Berlin gegenseitig auf die Schulter. So ist am 16. Oktober 2018 ein Dokument der Zeitgeschichte entstanden, das belegt, wie abgehoben, wie weltfremd, wie gefangen in neoliberalen Denkstrukturen zumindest auch große Teile der deutschen Gewerkschaften sind – nach 100 Jahren ein weiteres „historisches Ereignis“.

Angefangen hat diese „Sozialpartnerschaft“ mit dem „Stinnes-Legien-Abkommen“ 1918, das vom Unternehmerlager angestoßen wurde, um die revolutionären Forderungen der Arbeiterbewegung auszuhebeln. Mitgemacht hat damals nicht nur die Sozialdemokratie, mitgemacht haben auch die Gewerkschaften. Zumindest bei mir haben sich die Gewerkschaften mit dieser Jubelorgie endgültig lächerlich gemacht; denn wie kann man Sozialpartner nennen, wer seit Jahrzehnten den Sozialstaat zertrümmert, immer mehr Menschen in die Altersarmut verdammt, Wohnungen unbezahlbar macht und Löhne senkt? Für mich sind die Gewerkschaften und die Sozialdemokratie spätestens damit am gegnerischen Ufer des Klassengrabens gelandet.

Oder, wie ich es formulierte: „Die Funktionäre in den Parteien, Gewerkschaften, beim Staat, in den Parlamenten, bei den Arbeitgeberorganisationen, selbst in NonProfitOrganisationen sind austauschbar geworden. Sie haben in Ausbildung und/oder Studium die gleiche totalitäre Ideologie aufgesaugt. Die Parteioligarchien und Parlamentsfraktionen "erneuern" sich zum großen Teil aus dem Mitarbeiterstamm, also durch Inzucht. Man begegnet den immer gleichen Sesselfurzern“ (im Film „Matrix“ ist es Mr. Smith).

Auffällig wird diese Austauschbarkeit immer dann, wenn Gewerkschafter Jobs beim Klassengegner übernehmen. Das passiert des Öfteren, weil Unternehmen dadurch engagierte Gewerkschafter auf ihre Seite locken können: Früher war Klaus Lang in der Leitung der IG Metall. Heute ist er Geschäftsführer eines Stahlwerks.

Selbst dort, wo es „nur“ um Löhne und Tarife geht, agieren die Gewerkschaften, als seien sie beauftragt, die eigene Klientel ruhig zu stellen und zu weitgehende Forderungen zu verhindern, mit denen die Profite des Kapitals beschnitten werden könnten. Deutlich wurde das zuletzt bei den Tarifauseinandersetzungen im Öffentlichen Dienst (Ein Armutszeugnis).

Begründet wurde das Verhalten der Gewerkschaftsführungen von dem ver.di-Gewerkschaftssekretär Ralf Krämer 2012 mal so: „Dabei wissen die Beschäftigten selbst, dass die Ergebnisse von Tarifverhandlungen hinter den Forderungen zurückbleiben werden und akzeptieren das auch, wenn nachvollziehbar nicht mehr durchsetzbar war, wie die in der Regel hohen Zustimmungsraten bei Abstimmungen über Tarifabschlüsse belegen.“

Das tun sie aber nicht immer:Das am 6. April von Verdi-Chef Frank Werneke präsentierte, von der Bundestarifkommission öffentlicher Dienst (BTK öD) mehrheitlich beschlossene Tarifergebnis für die 2,5 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst hat in weiten Teilen der Mitgliedschaft für Enttäuschung und Empörung gesorgt“, wie ein Artikel in der jungen Welt belegt: Ein Armutszeugnis.

Eine ausführliche Beschreibung der sozialpartnerschaftlich organisierten Gewerkschaften und ihrer Drift in Rassismus und reaktionäre Gesellschafts- und Tarifpolitik beschreibt die junge Welt am Beispiel Österreichs: Disziplinierung statt Kampf.

Friedenspolitik a la Gewerkschaften

In seinem Blog schreibt der Journalist Norbert Haering am 13.04.2025: „Der DGB unterwandert Ostermärsche mit einem Plädoyer für Aufrüstung“. Deutlich wird das, wenn man die „Erklärung des DGB zu den Ostermärschen 2025“ mit der „Gemeinsamen Stellungnahme der Kooperation für den Frieden und des Bundesausschusses Friedensratschlag“ vergleicht.

Die klaren Forderungen der Friedensbewegung werden gar nicht erst aufgelistet:

·         Abrüstungsverhandlungen ja – Europäische Aufrüstung nein

·         Keine neuen US-Raketen in Deutschland

·         Diplomatie statt Kriegsverlängerung in der Ukraine

·         Keine Waffenlieferungen an Israel

·         Geld für Soziales, Gesundheit, Bildung, Klima usw. statt für Rüstung

·         Entwicklung sozialer Verteidigung statt Rüstungsforschung, zivile Konfliktbearbeitung statt Wehrdienst

·         Schutz von Kriegsdienstverweiger*innen und Geflüchteten

In der Überschrift seiner Erklärung schreibt der DGB: „Frieden sichern, Verteidigungsfähigkeit erhöhen, Militarisierung stoppen“. Im weiteren Text warnt er vor einer „blinden Militarisierung“. Er ist also nicht gegen Militarisierung schlechthin, sondern nur gegen die blinde (was immer das heißen soll). Der ganze Text wirkt, als hätte der DGB ihn von den Kriegstreibern in Politik und Rüstungsindustrie abgeschrieben. Damit setzt der DGB auch friedenspolitisch seine Tradition als treuer Vasall der SPD fort. Er findet auch die „Investitionen“ in die Rüstungsindustrie ganz super (Hauptsache Arbeitsplätze).  Auch daß ethische Ansprüche hinter den Ansprüchen der Gewerkschafter auf Arbeitsplätze zurückstehen müssen, hat Tradition: „In den 1970er Jahren demonstrierten Gewerkschafter für Atomkraftwerke, um Jobs in öffentlichen Energiekonzernen zu sichern. Kieler Werftarbeiter streikten 1980 für den Export von Unterseebooten in das von einerMilitärdiktatur beherrschte Chile“ (obiger Link).

Völkermord in Palästina

„In ihrem 49seitigen Report vom 13. März 2025 mit dem Titel “More than a human can bear” (Mehr als ein Mensch ertragen kann) beschreibt die "Unabhängige Internationale Untersuchungskommission betreffend das besetzte palästinensische Territorium einschließlich Ost-Jerusalem und Israel" Israels "systematischen Gebrauch von sexueller, reproduktiver und anderer Formen geschlechtsspezifischer Gewalt" seit dem 7. Oktober 2023 im besetzten palästinensischen Territorium“ (Völkermordfall Gaza). Davon berichtet die Rechtsanwältin Dr. Jutta Stoll LL.M. auf der Webseite https://www.anwalt.de/ : Das von den zionistischen Kriegsverbrechern um Netanjahu und Spießgesellen in Palästina täglich begangene Massaker an den Palästinensern, darunter zehntausende Kinder, ist Völkermord.

Beim DGB steht das Jahr 2025 dagegen „im Zeichen der besonderen Verbindung mit dem israelischen Gewerkschaftsbund Histadrut“: „Wir sind stolz darauf, dass uns die Geschichte verbindet“, erklärte die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi am 1. April auf einem Festakt anlässlich dieses Jubiläums eines vor 50 Jahren geschlossenen Partnerschaftsabkommens: Der DGB ist stolz darauf, Partner von Völkermördern zu sein.

Fazit:

Wer die Regeln einer totalitären Gesellschaft akzeptiert, unterstützt sie. Das allein macht alle gewerkschaftlichen Bekenntnisse zu Demokratie, Frieden, Gerechtigkeit und Solidarität zu purem Hohn.

Die Gründer der Arbeiterbewegung sahen die Aufgabe der Gewerkschaften noch ganz anders: „Gewerkschaften tun gute Dienste als Sammelpunkte des Widerstands gegen die Gewalttaten des Kapitals. Sie verfehlen ihren Zweck zum Teil, sobald sie von ihrer Macht einen unsachgemäßen Gebrauch machen. Sie verfehlen ihren Zweck gänzlich, sobald sie sich darauf beschränken, einen Kleinkrieg gegen die Wirkungen des bestehenden Systems zu führen, statt gleichzeitig zu versuchen, es zu ändern, statt ihre organisierten Kräfte zu gebrauchen als einen Hebel zur schließlichen Befreiung der Arbeiterklasse, das heißt zur endgültigen Abschaffung des Lohnsystems.“ K. Marx, Lohn, Preis und Profit, MEW 16, 152. (https://marx-forum.de/marx-lexikon/lexikon_g/gewerkschaft.html)


Freitag, 14. März 2025

Die Zombiegesellschaft

Wer sich viel mit Politik beschäftigt und sie auch verstehen will, konnte sich in den letzten Jahren nicht allein auf die Analyse des politischen Geschehens konzentrieren. Es wurde immer wichtiger zu verstehen, welche psychischen Mechanismen Mensch und Gesellschaft antreiben und bestimmen. Dazu ist in dieser Zeit auch vermehrt Literatur veröffentlicht worden. Für mich ist aufgrund dieser Literatur und natürlich auch der alltäglichen Nachrichten ein entsetzliches Bild des westlichen Menschen und seiner Gesellschaft entstanden:

Die Machthaber haben den Dialog mit den Regierten so gut wie auf null reduziert, seit sie respektive ihre Propagandaexperten das Instrument der kognitiven Kriegsführung beherrschen. Das war gleich nach der Bundestagswahl 2025 zu erkennen, nach der die Wahlsieger praktisch noch am Wahlabend das Gegenteil von dem verkündeten, was sie vor der Wahl gesagt hatten.

Sämtliche Behauptungen, die während der Corona-Fake-Pandemie von den Politclowns und ihren willfährigen „Experten“ zur Begründung ihrer irrsinnigen Politik aufgestellt wurden, sind inzwischen widerlegt worden. Heute ist sicher, dass das Corona-Virus im Auftrag der US-Regierung in einem Labor im chinesischen Wuhan zu einer genetischen Biowaffe manipuliert wurde. Wer das in den letzten fünf Jahren behauptete, wurde als „Verschwörungstheoretiker“ diffamiert und verfolgt. Eine „Aufarbeitung“ der ganzen Expertenlügen wird es nicht geben, weil dazu weder die Regierenden noch die Regierten bereit sind.

Mit Donald Trumps Kennzeichnung des Ukrainekrieges als Stellvertreterkrieg des Westens gegen Russland ist das Narrativ von Russland als völkerrechtswidriger Aggressor zusammengebrochen. Trotzdem wollen die europäischen Politpsychopathen diesen Krieg mit Hunderten Milliarden Euro schweren Rüstungsetats fortführen.

Die EU-Kommission will sogar die Billionen Euro „mobilisieren“, die EU-Bürger angespart haben. Die wegen Korruption und zwielichtiger Geschäfte mit Pharma-Gangstern verrufene Kommissionspräsidentin Van der Leyen will also die Ersparnisse der Bürger rauben. So, wie der Westen auch die 300 Milliarden Euro „eingefroren“, also geraubt hat, die Russland gehören.  

Daß die EU den Krieg gegen Russland schon wegen der fehlenden US-amerikanischen Unterstützung (Satelliten, Starlink, geheimdienstliche Logistik) krachend verlieren wird, ignorieren sowohl diese Psychopathen als auch ihre ebenso psychopathischen Wähler.

Die ganze Welt verurteilt den Krieg der israelisch-zionistischen Kriegsverbrecher als Völkermord. Nur der Westen unterstützt diesen Völkermord nicht nur politisch-moralisch, sondern auch mit gigantischen Waffenlieferungen. Das gilt besonders für Deutschland, wo Gegner des zionistischen Völkermordes nicht nur politisch, sondern auch strafrechtlich verfolgt und von der Polizei gejagt werden.

Die Regierten in Deutschland nehmen das alles bisher widerspruchslos hin. Sie wählen die verantwortlichen Politpsychopathen mit traumhaften Zustimmungsraten und ebenso traumhafter Wahlbeteiligung. Obwohl sie von diesen Politclowns fürchterlich verarscht werden, indem sie in inhaltsleere Kampagnen „gegen rechts“ gelockt werden. Ende des 18. Jahrhunderts war dagegen die Erhöhung des Brotpreises das letzte Bisschen, das die Französische Revolution ausgelöst hat.  

Die größten psychischen Gebrechen, das lässt sich aus all dem schließen, sind heute neben denen, die auch vom Mainstream beschrieben werden (Angstphobien, Depressionen und Burnout): Infantilität, Entfremdung, Entpolitisierung, Sedierung in der Spektakelgesellschaft, Konformismus, Normopathie, Indoktrination, Heuchelei, Unwissenheit, Borniertheit, Ignoranz, Gewohnheitssucht, politische Unterwürfigkeit, Sektiererei und Narzissmus.

Für die Kennzeichnung einer derart politisch irren, infantilen und inkompetenten Gesellschaft habe ich bisher den Begriff "Bürgerkinderchen" gebraucht. Doch der ist nicht mehr stark genug. Nicht nur die Regierten, auch die Regierenden stolpern ohne Verstand orientierungslos und willenlos durch die politische Landschaft. Es sind politische Zombies.

Schon im nächsten Jahr 2026 droht das endgültige Aus für Deutschland und mittelbar Europa, wenn Russland die Aufstellung amerikanischer Mittelstreckenraketen in Deutschland nicht einfach hinnimmt, weil mit ihnen in Russland existenziell notwendige Verteidigungseinrichtungen binnen eineinhalb Minuten vernichtet werden können. Selbst wenn Russland präventiv „nur“ einen Schwarm nicht atomar bestückter Hyperschallraketen schickt, bleibt von Deutschland nicht mehr viel übrig.

Aber auch ohne eine solche endzeitliche Katastrophe wird das europäische Abendland weiter Richtung Untergang dahinsiechen, solange die politischen Zombies das Sagen und die Mehrheit haben. Die Deindustrialisierung läuft dank hemmungsloser Plünderungen durch die USA, die globalen Großmächte (Russland, USA, China und Indien) verständigen sich ohne Europa, das wieder zu einem zerstrittenen Haufen Kleinstaaten degeneriert, die EU-Staaten versinken endgültig in einem gigantischen Schuldensumpf, ihre Infrastruktur, Kultur und Kreativwirtschaft verrotten. In zwanzig Jahren ist Europa nur noch eine verelendete Provinz am westlichen Ufer Asiens.

Wer zu der Minderheit gehört, die noch im Besitz ihres politischen Verstandes ist und noch ein langes Leben vor sich hat, sollte abhauen, am besten in den Nichtwesten. Zombies kann man weder aufklären noch aufhalten noch für eine Gegenwehr aktivieren.


 

Donnerstag, 13. Februar 2025

Flucht, Migration und die Sehnsucht nach einer verlogenen Idylle

 

„Die Bourgeoisie kann nicht existieren, ohne die Produktionsinstrumente, also die Produktionsverhältnisse, also sämtliche gesellschaftlichen Verhältnisse fortwährend zu revolutionieren. Unveränderte Beibehaltung der alten Produktionsweise war dagegen die erste Existenzbedingung aller früheren industriellen Klassen. Die fortwährende Umwälzung der Produktion, die ununterbrochene Erschütterung aller gesellschaftlichen Zustände, die ewige Unsicherheit und Bewegung zeichnet die Bourgeoisepoche vor allen anderen aus. Alle festen eingerosteten Verhältnisse mit ihrem Gefolge von altehrwürdigen Vorstellungen und Anschauungen werden aufgelöst, alle neugebildeten veralten, ehe sie verknöchern können. Alles Ständische und Stehende verdampft, alles Heilige wird entweiht, und die Menschen sind endlich gezwungen, ihre Lebensstellung, ihre gegenseitigen Beziehungen mit nüchternen Augen anzusehen“ (Kommunistisches Manifest).

Eigentlich genügt dieses Zitat aus dem Kommunistischen Manifest, um zu beantworten, warum im Kapitalismus mehr als in allen vorangegangen Epochen der Menschheitsgeschichte nichts bleibt, wie es ist. Die großen Wanderungsbewegungen, die wir als Flucht und Migration wahrnehmen, gibt es nicht, weil die Migranten und Flüchtlinge unbedingt in die unbekannte Welt hinausziehen wollen wie einst die Handwerksgesellen auf der Walz, um neue Arbeitspraktiken, fremde Orte, Regionen und Länder kennenzulernen und Lebenserfahrung zu sammeln. Sie wandern aus, weil in ihrer Heimat das Imperium der Apokalypse Krieg führt, Sanktionen angeordnet hat gegen eine unbotmäßige Regierung, das Land gnadenlos seiner Reichtümer beraubt und seine natürliche Umwelt verwüstet, die gewohnten Lebensweisen und Lebensgrundlagen zerstört und die Menschen in Elend und Chaos zurücklässt.

Beispiel Ukraine

Wie das genau funktioniert, kann man derzeit in der Ukraine studieren. Sie wurde vom westlichen Imperium als erstes benutzt, um den Großmachtrivalen Russland so lange zu reizen, bis er angreifen musste, um die eigene nationale Existenz zu sichern. Den Krieg führt das Imperium nicht selbst, sondern überlässt es lieber den korrupten Eliten der Ukraine, die eigenen Soldaten zu ermorden. Um die Kosten der Waffenlieferungen, mit denen die Ukraine den Krieg führt, wieder eintreiben zu können, greift das Imperium auf die ukrainischen Rohstoffe zurück, die „übereignet“, also geraubt werden sollen. Die Kosten für den Wiederaufbau des zerstörten Landes und die für die Unterbringung, Integration und die Schaffung von Arbeitsmöglichkeiten für geflüchtete Ukrainer drückt das Imperium den europäischen Vasallen aufs Auge, die dafür wahrscheinlich noch Danke sagen werden. Die hunderttausenden Toten wird man zum Schluss für ihren „Heldenmut“ feiern, mit dem sie dem „Feind“ leider nicht lange genug widerstehen konnten. Das gleiche geschah oder geschieht in Vietnam, Irak, Libyen, Libanon, Palästina, Venezuela, Georgien… Insgesamt führen die USA in 78 Staaten schmutzige Kriege (Stand 2023).

Die industrielle Revolution

Große Umwälzungen waren aber auch dort zu beobachten, wo nach dem 2. Weltkrieg nur wenige Kriege stattfanden, wie in Europa. Im Rückblick hat man die industrielle Revolution, die ja vor allem in den westlichen Industriestaaten nach den bürgerlich-politischen Revolutionen des 18. Jahrhunderts dynamisch wurde, in vier Phasen unterteilt: Industrie 1.0 - industrielle Entwicklung, Industrie 2.0 - Akkord und Fließband, Industrie 3.0 – Computer arbeiten, Industrie 4.0 - Die Fabriken im Wandel. Jede dieser Phasen war von gesellschaftlichen Umwälzungen und von globalen Wanderungsbewegungen begleitet. Deutschland erlebte in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg beispielsweise millionenfache Zuwanderung, vorwiegend aus Italien, Griechenland, Spanien und der Türkei.

Nirgendwo geht das ohne gesellschaftliche Konflikte und Spannungen ab. Sie entstehen vor allem dort, wo die Konkurrenz um Arbeitsplätze, Wohnungen, Löhne und andere soziale Lebensbedingungen die damit konfrontierten Menschen überfordert. Auch das wird nicht von Politikern, „Gutmenschen“ und „Faschisten“ verursacht, sondern von einem totalitär gewordenen Kapitalismus, der jede Rücksicht auf soziale Gegebenheiten in die Tonne getreten hat. Er zieht gerade in den letzten Jahren mehr und mehr finanzielle Ressourcen von den sozialen Einrichtungen ab und verwendet das geraubte Geld für die globale Auseinandersetzung mit anderen kapitalistischen Großmächten. Es geht dabei vorwiegend um Rohstoffressourcen und um Absatzmärkte.

Die Gutmenschen und die Faschisten

Von den „Gutmenschen“ werden die als „Faschisten“ wahrgenommen, die als erste von steigenden Kosten für Mieten, knapp gewordenem Wohnraumangebot, sinkenden Löhnen und immer düsterer werdenden Zukunftsaussichten getroffen werden und deshalb von den Politikern seit Jahrzehnten vergeblich Lösungen fordern. Migranten und Flüchtlinge nehmen sie als soziale Konkurrenten wahr. Sie wenden sich verstärkt Parteien zu, die ihnen Lösungen mit autoritären Herrschaftsinstrumenten versprechen. Daß auch diese kapitalistischen Parteien ihre Versprechen nicht einlösen werden, werden sie, wenn überhaupt, erst realisieren, wenn diese Parteien an der Macht sind.

Die „Gutmenschen“ kommen in der Regel aus sozial eher privilegierten Schichten oder/und sind durch ihr langes Verweilen in den bürgerlichen Zuchtanstalten, auch gerne Bildungseinrichtungen genannt, ideologisch konditioniert. Sie glauben tatsächlich noch all das, was ihnen die Medien und die Politclowns des bürgerlichen Mainstreams über Demokratie, Menschenwürde, soziale Integration und „Refugees welcome“ erzählen. Ich nenne sie gerne „Bürgerkinderchen“, weil sie naiv, konformistisch und unglaublich ahnungslos durch die politökonomische Wirklichkeit stolpern. Von den bürgerlichen Medien und den bürgerlichen Politclowns wird ihnen die AFD als „faschistisch“ verkauft, obwohl die AFD mindestens genauso totalitär neoliberal daherkommt wie die anderen im Bundestag vertretenen Parteien. Zurzeit kämpfen die Bürgerkinderchen mal wieder mitsamt ihrer Omas und Opas „gegen rechts“. Sie wollen ihre alte verlogene Idylle wiederhaben.

Das Land der Gesetzlosen und der Terroristen

Die Manipulationsexperten der Kapitalisten haben es geschafft, die beiden Gruppen, die überhaupt erst durch die asoziale, brutale Klassenpolitik der Herrschenden entstanden sind, aufeinander zu hetzen, mit ihnen die Gesellschaft zu spalten, getreu dem Motto „Teile und herrsche“. Damit ist ihnen ein Meisterstück der kognitiven Kriegsführung gegen die eigene Bevölkerung gelungen. Weder die „Gutmenschen“ noch die „Faschisten“ haben bisher wahrgenommen, daß die Hauptverursacher von Flucht und Migration die Imperialisten der USA sind, dem Land der Gesetzlosen und des globalen Terrorismus.


Donnerstag, 19. Dezember 2024

Völkermörder wählt man nicht!

 

Die Wahl zum nächsten Bundestag wird am 23. Februar 2025 stattfinden. Es sollte aus Sicht derer, die gegen die Coronamaßnahmen demonstriert haben, die mitbekommen haben, daß der Krieg in der Ukraine vom transatlantischen Imperium provoziert wurde und Israel das palästinensische Volk ermordet oder aus seiner Heimat vertreibt, klar sein, daß die Politiker des globalen Westens nicht mehr wählbar sind. Die haben ja die Coronamaßnahmen mitgetragen, den Stellvertreterkrieg des Imperiums gegen Russland in der Ukraine und den Völkermord Israels mit politischer Begleitung, Geld und Waffenlieferungen unterstützt.

Der Hauptgrund ist in allen Fällen der gleiche: Sie unterstützen Kriegsverbrecher, Völkermörder und die seit neuestem vom Westen umworbenen dschihadistischen Kopfabschneider Hai‘at_Tahrir_asch-Scham (HTS). Zu diesen Mördern ein Zitat aus der Jungen Welt: „Zahlreiche Videos belegen, dass HTS-Kämpfer ihrem Versprechen, Minderheiten und Andersdenkende zu schützen, keinesfalls nachkommen: Täglich richten sie Angehörige von Minderheiten und syrische Soldaten hin. Die HTS war außerdem schon während ihrer Herrschaft über Idlib dafür bekannt, aus dem Westen gelieferte Hilfsgüter ausschließlich ihren Günstlingen zukommen zu lassen. Trotzdem hat die Bundesregierung kurz nach dem Sturz der Regierung von Baschar Al-Assad acht Millionen Euro für humanitäre Hilfe zur Verfügung gestellt. Diese über die syrische Regierung zu leisten, hat sie hingegen jahrelang verweigert. Ein Blick in die Geschichte beweist die Kontinuität westlicher Politik: Ein einziges Mal hat die EU im Jahr 2013 ihr Ölembargo gegen Syrien aufgehoben. Dadurch unterstützte man den HTS-Vorläufer, die Al-Nusra-Front, die damals einen Großteil der syrischen Ölquellen kontrollierte – bis sie diese an den ebenfalls unter UN-Sanktionen stehenden »Islamischen Staat« (IS) verlor.“

Der Westen zerstört seit Jahrzehnten mithilfe dschihadistischer Mörderbanden den säkularen Staat Syrien, weil er es wagte, sich dem ausbeuterischen Zugriff des Westens zu widersetzen. Es gibt darüber eine Flut von Berichten aus Nicht-Mainstream-Medien wie Nachdenkseiten, Telepolis, TKP, Seniora, GlobalBridge, MAGMA, Overton, Manova, apolut usw. Auch über meine Webseite neueweltinfo.de kann man auf tausende Webseiten zugreifen. Die Mainstream-Medien schweigen seit Jahrzehnten die Kriegsverbrechen und Völkermorde des Westens in Westasien und anderswo tot, sie sind daran propagandistisch beteiligt. Auch der neuerliche völkerrechtswidrige Überfall Israels auf Syrien wird verschwiegen. Die dschihadistischen Kopfabschneider sind jetzt nicht mehr Terroristen, sondern die guten Kopfabschneider des Westens.

Seit die politische Verbrecherbande des globalen Westens die kognitive Kriegsführung als großartiges Instrument zur Täuschung und Manipulation ihrer ahnungslosen Bevölkerungen entdeckt hat, hat sie in der Beziehung jedes Maß aufgegeben. Unterstützt wird sie beim Betrügen und Lügen von den Main-Stream-Medien und den zahlreichen NGOs, Denkfabriken und Stiftungen, die alle das Geschäft der Herrschenden und der Geheimdienste besorgen. Nachlesen kann man das beispielsweise hier.

An dieser Stelle wird gerne eingewandt, daß Nichtwählen auch nichts nützt. Das ist richtig, aber darum geht es für Menschen mit einem intakten moralischen Kompass nicht mehr. Solange die Politgangster aller Couleur eine infantile, konformistische und politisch ahnungslose, mit allerlei Spektakeln ruhig gestellte Mehrheitsbevölkerung nach Belieben manipulieren kann, macht weder das eine noch das andere Sinn. Man springt auch nicht in eine übelriechende Jauchegrube, nur weil sie einladend am Wegesrand steht.

Wir haben es mit einer geistig, politisch und moralisch verwahrlosten Politbande zu tun, nicht mehr mit seriösen Politikern. „Allein, um außerhalb des Westens wieder als verlässlicher Verhandlungspartner gesehen zu werden, bräuchte es einen kompletten Austausch der politischen Klasse“ (Dagmar Henn in MAGMA). Bis dahin bleibt vorläufig nur die Hoffnung, daß die Völker außerhalb des globalen Westens aus eigenem Interesse sein völkermörderisches Treiben beenden – wie auch immer. Auf die träge westliche Massengesellschaft zu zählen, ist aktuell so erfolgversprechend wie der Versuch, mit einer Bolzplatzmannschaft die Champions League zu gewinnen.

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